was mein 10-jähriges ICH mir wohl sagen würde.

ich habe vor kurzem mein altes freundschaftsbuch wieder gefunden.
ihr wisst schon: die buchartigen dinger, die einen steckbrief, platz für ein foto und einen persönlichen wunsch für die zukunft enthalten und in der klasse oder der nachbarschaft herumgegeben wurden, um sich zu verewigen.
ja, genau so eines fiel mir vor ein paar wochen wieder in die hände.

ich habe das buch aufgeschlagen und fand auf der ersten seite von mir geschriebene regeln. „schön schreiben!“ und „bitte ein foto einkleben!“ stand da. ich musste herzhaft lachen. auch über meinen eigenen steckbrief.

was für eine prä-pubertäre handschrift ich doch hatte! und – oh man, das foto! (an dieser stelle: liebe grüsse und herzlichen dank an meine eltern für die zahnspange!)

lieblingsband: bro’sis, NSYNC, no * angels (* in der mitte hatte ich versucht, dieses feuerchen, oder was auch immer im logo enthalten ist, zu zeichnen.)
lieblingtier: hund (war ja klar.)
lieblingsgetränk: sprite. (jetzt wohl eher vodka-sprite.)
was ich werden will, wenn ich gross bin: meeresbiologin.

aus mir ist natürlich keine meeresbiologin geworden. schade eigentlich.
der fund des alten freundschaftsbuches hat mich irgendwie zum nachdenken gebracht.
was würde mein 10-jähriges ICH wohl zu mir sagen, wenn es jetzt, mit den zwei zöpfen und der zahnlücke, vor mir stehen würde? wäre es zufrieden mit dem, was ich mache und was aus mir geworden ist? würde es mir auf die schulter klopfen und laut „gut gemacht!“ rufen oder eher den kopf schütteln und heulend davonrennen?

ich weiss es nicht, aber hier einige möglichkeiten:

– warum hast du mit dem klavier spielen aufgehört?
– du rauchst. auch wenn es nur ab und zu und an partys ist. du rauchst. igitt.
– geh mal wieder in einen freizeitpark.
– du hättest nicht mit dem geige spielen aufhören sollen, du dumme nuss.
– chill mal. (okay, mit 10 hätte ich das nicht gesagt, aber mit 15 ganz bestimmt!)
– hör auf, mit jungs zu knutschen.
– igitt, jungs.
– alkohol – pfui.
– du hättest dein tagebuch weiterführen müssen!
– verbring nicht so viel zeit am computer, geh raus und spiel.
– hüte dich vor falschen freunden.
– war das nasenpiercing wirklich nötig?
– pass in der schule besser auf.
– schreib das buch zu ende!
– sei lieb zu mama und papa.
– immerhin hast du einen guten schuh-, kleider- und musikgeschmack.

falls die technologie irgendwann mal so weit ist und uns zeitreisen ermöglicht, (falls das nicht schon möglich ist – siehe verschwörungstheorien) werde ich mein letztes hemd hergeben, um mein 10-jähriges ICH zu treffen.
ich hoffe natürlich, dass es dann stolz auf mich wäre.

bis die menschheit so weit ist, überlegt euch doch, was euer 10-jähriges ICH euch sagen würde.

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12 Gedanken zu “was mein 10-jähriges ICH mir wohl sagen würde.

  1. Super Beitrag :D Ich habe zwar nie Tagebuch geschrieben, aber ich glaube mein zehnjähriges Ich wäre zufrieden mit mir. Ich glaube aber es konnte auch nur besser werden :D In diesem Alter habe ich nämlich gerne mal meine Haare selbst geschnitten. Und was Anziehsachen erst einmal angeht :D
    Ich finde deinen Blog übrigens sehr nett gestaltet.
    Ich fange gerade erst neu an hier, und würde mich sehr freuen wenn du mal bei mir vorbeischauen würdest, um mir Tipps zu geben :)

    Viele Grüße
    LaurenClaireBeauty
    von https://laurenclairebeauty.wordpress.com/

    1. danke für deinen lieben kommentar ich hab mir mal mit einer rundbürste versucht locken zu machen. das ganze hat dann mit einem riesen knoten geendet und ich musste um 9 uhr abends zu meiner nachbarin und das teil rausschneiden & kämmen. nie wieder :D immerhin hab ich daraus gelernt.
      für die ahnziehsachen sind nicht wir, sondern die damalige mode schuld :)) ich schaue gerne mal bei dir vorbei.

  2. Schöner Artikel! Ich mag sehr, wie du schreibst.
    Interessant wird es, was unser 65-jähriges „Ich“ irgendwann zu unserem Leben sagen wird. Momentan besteht noch die Chance, vieles zu ändern und in andere Bahnen zu lenken. Du könntest beispielsweise doch noch Meeresbiologie studieren (sehr sympathisch übrigens, wollte ich auch machen ;)). Meine größte Angst ist, im Alter auf mein Leben zurück zu blicken und festzustellen, viele Chancen nicht genutzt zu haben.

    1. vielen lieben dank :)) naja, ich studiere jetzt was anderes und bin eigentlich ganz zufrieden, damit muss sich mein 10-jähriges ich jetzt abfinden :D im laufe der zeit ändern sich die dinge, so ist das leben. und wer weiss, vielleicht sehen wir mit 65 dinge nicht als ‚verpasste chance‘ sondern eher als ‚zum glück hab ichs nicht getan!‘ :))
      aber das kriegen wir erst heraus, wenn wir so alt sind. bis dahin bleibt uns nichts anderes übrig, als einfach das zu tun, was uns glücklich macht, chancen zu nutzen und mit einer gesunden dosis vernunft zu handeln :))

  3. Danke! Dein Beitrag hat mich dazu angeregt, heute Abend mal mein altes Poesiealbum rauszukramen und mal zu schauen, was ich von meinem 10-jährigen ICH nicht mehr weiß.
    Was mir allerdings ohne nachzudenken jetzt schon klar ist: es wäre entsetzt wie ich heute mit meinem Körper umgehe (sieht man mal vom unregelmäßigen Sport und der doch recht gesunden Ernährung ab)!

  4. Hahahaha mir fallen direkt zwei Sachen ein … „Warum sind deine Haare so dünn geworden? Und warum sind die nicht bis zum Popo lang?“ und vor allem auch „Du bist bei der Polizei? So ein Quatsch. Das macht keinen Spaß. Geh da weg.“ *lach*

  5. Die Idee finde ich echt nicht schlecht, Sachen aufzuschreiben die dein 10-Jähriges Ich dir jetzt wohl sagen würde. Musste echt lachen! Ein paar Sachen könnte ich davon glatt übernehmen (was das rauchen angeht, den Alkohol, das Klavierspielen und das Buch, das ich so gerne zu Ende schreiben will).
    LG Jim

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