freundinnen.

jeder hat sie, jeder kennt sie – freundinnen.
und nein, ich denke dabei nicht an die jeweiligen partnerinnen in einer beziehung, sondern an die weiblichen personen, die man freundinnen oder beste freundinnen nennt, denen man alles anvertrauen kann und die man eigentlich zu den wichtigsten menschen im leben zählt.

in jedem freundeskreis gibt es verschiedene typen von freunden.
besonders bei frauen-freundschaften sind diese etwas ausgeprägter.

hier einige beispiele:

die von männern besessene.

man mag sie eigentlich sehr. doch es nervt einfach. zu jedem zeitpunkt, bei jeder gelegenheit spricht sie nur über männer. kerle hier, kerle da. facebook und instagram profile werden haargenau analysiert. sie weiss, was der kerl vor drei jahren und acht tagen um 19:25 uhr getrieben hat, wo er war, mit wem und wie lange. sie weiss alles. sie kennt die biografie von all seinen freunden, inklusive seiner exfreundinnen. und sie ist verdammt besessen. sobald er sich nicht meldet, wechseln sich heulkrämpfe und wutausbrüche im minutentakt ab.
sie ist praktisch nie single. und wenn, dann stürzt sie sich in unglückliche affären und – man ahnt es schon – verliebt sich. ein ewiger teufelskreis. jeder mann ist für sie „der richtige“ und er ist einfach perfekt und sie ist bis über beide ohren in ihn verliebt. igitt.
sie ist der typ freundin, der zwar immer für einem da ist, aber auch zu jedem beziehungs/männerproblem ihr eigenes hat. sätze wie „weißt du, das war bei mir und x genau so“, sind an der tagesordnung. obwohl sie es nicht böse meint, nervt sie. mal mehr, mal weniger.

die ewige single-freundin.

sie hat (vielleicht) eine langjährige beziehung hinter sich, die aus gründen wie „es hat nicht mehr gepasst“ oder „es war nicht mehr wie am anfang“ auseinander gegangen ist. sie ist das vorzeigeweibchen. sie lässt sich von niemandem etwas sagen und sie ist single. und das schon seit längerem.
sie ist der typ frau, der knutschende pärchen im strassencafe nicht mit „ach, wie süss“ sondern mit „oh gott, geht weg“ kommentiert und ihnen verhasste blicke zuwirft. sie ist die, die allen anderen freundinnen davon abrät, eine beziehung einzugehen, da sowieso alle männer gleich (scheisse) sind.
sie lässt sich ab und zu mal auf etwas ein, aber sobald es auch nur den anschein macht, ernster zu werden, macht sie einen rückzug. sie liebt ihre freiheiten und beziehungen kommen für sie in nächster zeit (zumindest bis der prinz auf dem weissen pferd angeritten kommt oder mr. christan grey persönlich an die wohnungstür klopf) nicht in frage.

das jammerkind.

das leben ist scheisse und verdammt hart. und die ganze welt ist gegen sie, denn die neuen sandalen aus der aktuellen sommerkollektion sind schon ausverkauft und sie findet sie nirgends mehr in schuhgrösse 37.
der job und/oder das studium sind auch nicht das wahre. zeitverschwendung. sie ist sowieso viel zu gut für sinnlose tätigkeiten wie studieren oder – gott behüte– arbeiten. der neue film im kino ist bescheuert und völlig übertrieben, das popcorn war zu salzig, die cola zu süss, der sitznachbar hat die ganze armlehne für sich beansprucht, der besucher hinter ihr hat sich im minutentakt geräuspert, einer in der ersten reihe hat zu stark gehustet, der mann vor ihr war zu gross, sie konnte fast nichts sehen und seine partnerin hat zu laut geblinzelt, im kinosaal war es zu heiss, draussen ist es zu kalt, sie mag nicht zu fuss nach hause gehen und das taxi ist zu teuer.
sie wollte nach dem kino nicht in den club x, sondern lieber in den club y. im club x sind die leute scheisse, so gar nicht auf ihrem niveau, die musik nicht ihr ding, dieser bass geht ja mal gar nicht, die drinks sind zu teuer und haben viel zu wenig alkohol drin, die toiletten sind zu schmutzig und die kerle zu betrunken. ihr leben ist furchtbar.

die dramaqueen.

sie schafft es, aus einer mücke vier elefanten zu machen. ähnlich wie das jammerkind, empfindet sie alles als furchtbar schlimm, nur ist sie nicht ganz so pessimistisch.
sobald etwas passiert, sie sich erkältet zum beispiel, beginnt die apokalypse. SCHLIESST EURE FENSTER, SPERRT EURE KINDER ZUHAUSE EIN, VERABSCHIEDET EUCH VON EURER FAMILIE. ES IST SO WEIT. DER WELTUNTERGANG IST DA.
noch bevor sich der virus so richtig in ihrem körper ausbreiten kann, wissen all ihre facebook- und instagram freunde, wie sehr sie leidet. bilder von taschentüchern, nasensprays und medikamenten werden mit dem kommentar „krank :(“ gepostet. alle müssen es wissen. alle. auch der nette grieche, den sie letzten sommer kennengelernt hat. AUCH ER MUSS WISSEN WIE BESCHISSEN ES IHR GEHT UND WIE KRANK SIE IST. und nein, sie kann wegen ihrem schnupfen nicht mit dem rest der gruppe ins restaurant gehen, sie könnte sich da noch mehr erkälten. alle müssen zu ihr nach hause kommen und sich anhören, wie verdammt mies es ihr doch geht. jeder anruf wird mit einer mischung aus keuchen und husten und sterben entgegen genommen, schliesslich müssen alle wissen, wie krank sie ist. aus dem haus zu gehen ist unvorstellbar.

die hyperaktive.

kein weg zu weit, keine musik zu laut. wenn man sie nicht kennt, fragt man sich ernsthaft, wie viel kokain sie sich täglich die nase hochzieht. sie ist ständig unter strom und immer bereit für neue abenteuer. egal ob ein festival-marathon im sommer oder ein ski-weekend im winter, sie ist für alles zu begeistern. ein „nein“ oder „ich kann/will heute nicht“ hört man von ihr selten. sie ist die erste, die auf der party erscheint und die letzte, die geht. sie kann zu david guetta genauso tanzen, wie zu linkin park.
sie langweilt sich an filmabenden und sie würde sich lieber lebend begraben lassen, als ein wochenende zuhause auf der couch zu verbringen. sie ist die, die um sechs uhr morgens nach hause kommt und um neun uhr bereits wieder hellwach und wie neugeboren ist.
sie hat immer etwas zu erzählen und wenn man mit ihr alleine ist, kommt man kaum zu wort. sie ist die art von freundin, die man oft am meisten braucht, wenn es einem so richtig scheisse geht und man sich ablenken will.
ihre gesprächsthemen reichen von dramatischen familiengeschichten bis hin zu katzenvideos auf youtube. manchmal überspannt sie zwar den bogen, aber der hyperaktiven freundin kann das kaum einer übel nehmen. man kennt sie ja nicht anders.

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6 Gedanken zu “freundinnen.

  1. Das meiste ist wohl wahr… wobei ich auch sagen muss, dass da der eine oder andere Typ fehlt, wenn ich so die Freundschaft zwischen mir und meiner besten Freundin betrachte. ^^

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